Avodah Zarah 78

Kapitel 78

א אסורין בחותם אחד חילתית מורייס פת גבינה מותרין בחותם אחד
1 Asant, Fischtunke, Brot und Käse sind mit nur einem Siegel versehen erlaubt.
ב פת למאי ניחוש לה אי משום איחלופי קרירא בחמימא מידע ידיע דחיטי בדשערי נמי מידע ידיע אי כי הדדי כיון דאיכא חותם אחד לא טרח ומזייף
2 Was ist beim Brot zu befürchten: wenn etwa das Umtauschen von kaltem auf warmes, so ist dies kenntlich, wenn das Weizenbrot auf Gerstenbrot, so ist dies ebenfalls kenntlich, und wenn auf gleiches, so bemüht er sich nicht, wenn ein Siegel vorhanden ist, dieses zu fälschen. –
ג ורב מ"ש גבינה דלא טרח ומזייף חלב נמי לא טרח ומזייף אמר רב כהנא אפיק חלב ועייל חתיכת דג שאין בה סימן
3 Beim Käse ist ja der Grund Rabhs, weil er sich nicht bemüht, das Siegel zu fälschen, und auch bei der Milch bemüht er sich ja nicht, das Siegel zu fälschen!? R. Kahana erwiderte: Man lasse Milch fort und setze an deren Stelle ungezeichnete Fischstücke. –
ד היינו בשר תרי גווני בשר
4 Das ist ja dasselbe wie Fleisch!? – Es sind zwei Arten von Fleisch.
ה ושמואל אומר בי"ת אסור בחותם אחד מח"ג מותר בחותם אחד בשר יין תכלת אסורין בחותם אחד מורייס חילתית גבינה מותרין בחותם אחד לשמואל חתיכת דג שאין בה סימן היינו בשר תרי גווני בשר לא אמרינן
5 Šemuél aber sagte: Fleisch, Wein und Purpurfäden sind mit nur einem Siegel verboten, Fischtunke, Asant und Käse sind mit nur einem Siegel erlaubt. Nach Šemuél verhält es sich bei einem Stücke Fisch ebenso wie bei einem Stücke Fleisch, und er spricht nicht von zwei Arten von Fleisch.
ו ת"ר אין לוקחין ימ"ח מח"ג בסוריא לא יין ולא מורייס ולא חלב ולא מלח סלקונדרית ולא חילתית ולא גבינה אלא מן המומחה וכולן אם נתארח אצל בעל הבית מותר
6 Die Rabbanan lehrten: Man darf in Syrien Wein, Fischtunke, Milch, gewürztes Salz, Asant und Käse nur von einem Zuverlässigen kaufen; jedoch sind all diese Dinge erlaubt, wenn er mit dem Hausherrn zusammen speist.
ז מסייע ליה לרבי יהושע בן לוי דא"ר יהושע בן לוי שגר לו בעל הבית לביתו מותר מ"ט בעל הבית לא שביק היתירא ואכל איסורא וכי משגר ליה ממאי דאכיל משדר ליה:
7 Dies ist eine Stütze für R. Jehošua͑ b. Levi, denn R. Jehošua͑ b. Levi sagte, wenn der Hausherr es ihm nach Hause schickt, sei es erlaubt, weil der Hausherr nicht das Erlaubte läßt und das Verbotene ißt, und wenn er ihm schickt, so schickt er ihm von dem, was er selber ißt.
ח ומלח סלקונדרית: מאי מלח סלקונדרית אמר רב יהודה אמר שמואל מלח שכל סלקונדרי רומי אוכלין אותה תנו רבנן מלח סלקונדרית שחורה אסורה לבנה מותרת דברי רבי מאיר רבי יהודה אומר לבנה אסורה שחורה מותרת רבי יהודה בן גמליאל משום רבי חנינא בן גמליאל אומר זו וזו אסורה
8 G<small>EWÜRZTES</small> S<small>ALZ</small>. Was heißt gewürztes Salz? R. Jehuda erwiderte im Namen Šemuéls: Salz, das alle Konditoren Roms verwenden. Die Rabbanan lehrten: Gewürztes Salz ist, wenn schwarz, verboten, und wenn weiß, erlaubt – so R. Meír; R. Jehuda sagt, weißes sei verboten, schwarzes sei erlaubt; R. Jehuda b. Gamliél sagte im Namen des R. Ḥanina b. Gamliél, beides sei verboten.
ט אמר רבה בר בר חנה אמר רבי יוחנן לדברי האומר לבנה אסורה קירבי דגים לבנים טמאים מעורבין בה לדברי האומר שחורה אסורה קירבי דגים שחורים טמאים מעורבין בה
9 Rabba b. Bar Ḥana sagte im Namen R. Joḥanans: Nach demjenigen, welcher sagt, weißes sei verboten, werden diesem die weißen Eingeweide von unreinen Fischen beigemischt, nach demjenigen, welcher sagt, schwarzes sei verboten, werden diesem die schwarzen Eingeweide von unreinen Fischen beigemischt,
י לדברי האומר זו וזו אסורה זה וזה מעורבין בה אמר רבי אבהו משום רבי חנינא בן גמליאל זקן אחד היה בשכונתנו שהיה מחליק פניה בשומן חזיר:
10 und nach demjenigen, welcher sagt, beides sei verboten, wird diesem beides beigemischt. R. Abahu erzählte im Namen des R. Ḥanina b. Gamliél: In unserer Nachbarschaft wohnte ein Greis, der es mit Schweineschmalz zu bestreichen pflegte.
יא הרי אלו אסורים: למעוטי מאי לחזקיה למעוטי בידוע לרבי יוחנן למעוטי מורייס וגבינת בית אונייקי וסתמא כר"מ:
11 A<small>LLE DIESE</small> D<small>INGE SIND VERBOTEN</small>. Was schließt dies aus? – Nach Ḥizqija schließt dies das aus, von dem man es bestimmt weiß, und nach R. Joḥanan schließt es Fischtunke und bithynischen Käse aus. Die anonyme Lehre vertritt also die Ansicht R. Meírs.
יב <big><strong>מתני׳</strong></big> ואלו מותרין באכילה חלב שחלבו עובד כוכבים וישראל רואהו והדבש והדבדבניות אע"פ שמנטפין אין בהן משום הכשר משקה וכבשין שאין דרכן לתת לתוכן יין וחומץ וטרית שאינה טרופה וציר שיש בה דגה ועלה של חילתית וזיתי גלוסקאות המגולגלין
12 <b>F</b><small>OLGENDES IST ZUM</small> E<small>SSEN ERLAUBT</small>: M<small>ILCH</small>, <small>DIE EIN</small> N<small>ICHTJUDE UNTER</small> A<small>UFSICHT EINES</small> J<small>ISRAÉLITEN GEMOLKEN HAT</small>, H<small>ONIG</small>, <small>ÜBERFLIESSENDE</small> T<small>RAUBEN</small>, <small>DEREN ABTRIEFENDER</small> S<small>AFT NICHT ZU DEN BEFÄHIGTMACHENDEN</small>F<small>LÜSSIGKEITEN GEHÖRT</small>, E<small>INGELEGTES</small>, <small>WORIN MAN WEDER</small> W<small>EIN NOCH</small> E<small>SSIG HINEINZUTUN PFLEGT</small>, <small>UNZERHACKTE</small> Ṭ<small>ERITH</small>, F<small>ISCHLAKE</small>, <small>IN DER</small> F<small>ISCHCHEIN SIND</small>, A<small>SANTBLÄTTER</small> <small>UND GEPRESSTE</small> O<small>LIVENKUCHEN</small>.
יג ר' יוסי אומר השלחין אסורין החגבים הבאים מן הסלולה אסורין מן ההפתק מותרין וכן לתרומה:
13 R. J<small>OSE SAGT</small>, <small>DIE GANZ WEICHEN SEIEN VERBOTEN</small>. H<small>EUSCHRECKEN</small>, <small>DIE AUS DEM</small> K<small>ORBE KOMMEN</small>, <small>SIND VERBOTEN</small>, <small>DIE AUS DEM</small> L<small>AGER</small>, <small>SIND ERLAUBT</small>. D<small>ASSELBE GILT AUCH VON DER</small> H<small>EBE</small>.
יד <big><strong>גמ׳</strong></big> תנינא להא דת"ר יושב ישראל בצד עדרו של עובד כוכבים ועובד כוכבים חולב לו ומביא לו ואינו חושש היכי דמי אי דליכא דבר טמא בעדרו פשיטא ואי דאיכא דבר טמא בעדרו אמאי
14 GEMARA. Unsere Mišna lehrt also dasselbe, was die Rabbanan gelehrt haben: Ein Jisraélit darf an der Seite der Herde eines Nichtjuden sitzen und dieser für ihn melken und ihm [die Milch] bringen, und hierbei ist nichts zu befürchten. – In welchem Falle: ist nichts Unreines in seiner Herde, so ist dies ja selbstverständlich, und ist etwas Unreines in seiner Herde, weshalb denn!? –
טו לעולם דאיכא דבר טמא וכי קאי חזי ליה וכי יתיב לא חזי ליה מהו דתימא כיון דיתיב לא חזי ליה ניחוש דלמא מייתי ומערב ביה קמ"ל כיון דכי קאי חזי ליה אירתותי מירתת ולא מיערב ביה:
15 Tatsächlich, wenn etwas Unreines in dieser ist, und zwar wenn man es nur stehend sehen kann und sitzend nicht sehen kann; man könnte glauben, da man es sitzend nicht sehen kann, sei zu befürchten, er könnte [Unreines] beimischen, so lehrt er uns, daß er, da man es stehend sehen kann, fürchtet und nicht beimischt.
טז והדבש: דבש למאי ניחוש לה אי משום איערובי מיסרא סרי אי משום בישולי עובדי כוכבים נאכל כמו שהוא חי אי משום גיעולי עובדי כוכבים נותן טעם לפגם הוא ומותר:
16 H<small>ONIG</small>. Was ist beim Honig zu befürchten: wenn etwa das Beimischen, so wird er dadurch übelriechend, wenn etwa das Kochen von Nichtjuden, so wird er auch roh gegessen, und wenn etwa die Ausschwitzung der nichtjüdischen [Gefäße], so verleiht dies einen verschlechternden Geschmack; es ist daher erlaubt.
יז והדבדבניות אף על פי שמנטפות אין בהן משום הכשר משקה: ורמינהי הבוצר לגת שמאי אומר הוכשר הלל אומר לא הוכשר ואודי ליה הלל לשמאי
17 Ü<small>BERFLIESSENDE</small> T<small>RAUBEN</small>, <small>DEREN</small> S<small>AFT NICHT ZU DEN BEFÄHIGTMACHENDEN</small> F<small>LÜSSIGKEITEN GEHÖRT</small>. Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn jemand [Trauben] für die Kelter winzert, so sind sie, wie Šammaj sagt, verunreinigungsfähig, und wie Hillel sagt, nicht verunreinigungsfähig, und Hillel pflichtete Šammaj bei!? –
יח התם קא בעי ליה למשקה הכא לא קא בעי ליה למשקה:
18 Da ist ihm die Flüssigkeit erwünscht, hierbei ist sie ihm nicht erwünscht.
יט וטרית שאינה טרופה: תנו רבנן איזו היא טרית שאינה טרופה כל שראש ושדרה ניכר ואיזו ציר שיש בה דגה כל שכילבית אחת או שתי כילביות
19 U<small>NZERHACKTE</small> Ṭ<small>ERITH</small>. Die Rabbanan lehrten: Was heißt unzerhackte Ṭerith? Wenn Kopf und Gerippe kenntlich sind. Welche heißt Fischlake, in der Fischchen sind? Wenn ein Kilbith oder zwei in dieser umherschwimmen. –